Die Stadt Goldberg und die Wohnungsgesellschaft Goldberg GmbH gewinnen mit der Umnutzung des altes Brunnenhotels zum Wohn- und Pflegehaus den Bundeswettbewerb „Aus LEER wird MEHR“.
Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), Sabine Poschmann, hat am 20. Juni 2026 in Berlin die Stadt Goldberg und die kommunale Wohnungsgesellschaft Goldberg GmbH im Rahmen des Wettbewerbs „Aus LEER wird MEHR – Innovationspreis Wohnen in ländlichen Räumen“ für die Wiedernutzung des lange leerstehenden Brunnenhotels als Tagespflege und Demenz-WG ausgezeichnet. Gemeinsam mit zwei Projekten aus Blankenhain in Thüringen und Sabbenhausen in Nordrhein-Westphalen setzte sich der Beitrag aus Goldberg gegen 134 Einreichungen aus ganz Deutschland durch. Neben einem Preisgeld von jeweils 1.500 Euro erhält die Stadt ein professionell produziertes Imagevideo für sein Projekt.
Bei der Preisverleihung im BMWSB betonte Poschmann, die große Zahl und Bandbreite der Einreichungen zeige, wie stark das Thema Leerstand insbesondere ländliche Regionen beschäftige. Die ausgezeichneten Projekte machten zugleich deutlich, dass Leerstand überall dort neue Perspektiven eröffne, wo lokales Engagement, überzeugende Konzepte und Ausdauer zusammenkämen. Die prämierten Beispiele hätten damit weit über ihre Standorte hinaus Vorbildcharakter.
Sabine Poschmann: „Wo heute Leerstand ist, kann morgen wieder Leben sein. Jede ungenutzte oder leerstehende Immobilie ist eine verpasste Chance für lebendige Orte, neues Wohnen und starke Gemeinden. Deshalb unterstützen wir Akteure dabei, gute Strategien und Lösungen umzusetzen. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie aus Leerstand durch Innovation, Zusammenarbeit und Engagement wieder Zukunft und Zusammenleben entstehen kann. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich ganz herzlich.“
Vom Kurhotel zur Tagespflege mit Demenz-WG
Das um 1900 erbaute Brunnenhotel im Zentrum der Stadt Goldberg (rund 3.200 Einwohnerinnen und Einwohner, Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide) stand viele Jahre leer, bevor es zu einem zentralen Baustein der kommunalen Entwicklungsstrategie wurde. Im Fokus standen dabei die Stärkung der medizinischen Daseinsvorsorge und altersgerechtes Wohnen.
Von 2021 bis 2025 wurde das denkmalgeschützte Gebäude zu einer Tagespflege mit Demenz-Wohngemeinschaft mit 13 Einzelzimmern umgebaut. Die bestehende Gebäudestruktur wurde weitgehend erhalten und an die neue Nutzung angepasst. Das benachbarte, stark beschädigte Kino wurde durch einen Neubau ersetzt, um den zusätzlichen Flächenbedarf zu decken. Auch angrenzende Freiflächen und der historische Kurpark wurden in das Projekt einbezogen und neu gestaltet. Weitere Bausteine wie ein Ärztehaus, altersgerechte Wohnungen und ein Café sind in Planung. Ein Heizhaus versorgt das Ensemble mit Fernwärme der Goldberger Wärme GmbH.
Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Goldberg, der kommunalen Wohnungsgesellschaft Goldberg GmbH als Eigentümerin und Bauherrin sowie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Trägerin. Dabei mussten zahlreiche Herausforderungen bewältigt werden, darunter denkmalrechtliche Auflagen, statische Probleme, schwierige Bodenverhältnisse, Kostensteigerungen, pandemiebedingte Einschränkungen sowie Bauverzögerungen. Auch die Gewinnung von Fachkräften im Pflegebereich stellte einen wichtigen Faktor dar.
Nach Einschätzung der Wettbewerbsjury überzeugt das Projekt durch seinen integrierten Ansatz aus Leerstandsaktivierung, sozialer Daseinsvorsorge und Stadtentwicklung. Es schließt Versorgungslücken, belebt den historischen Stadtkern, stärkt die Aufenthaltsqualität und setzt Impulse für weitere Investitionen.
Bundeswettbewerb „Aus LEER macht MEHR“
Der Wettbewerb „Aus LEER wird MEHR“ ist Teil der Handlungsstrategie Leerstandsaktivierung des BMWSB und wird im Rahmen des Programms Region gestalten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) umgesetzt. Ziel des Programms mit besonderem Fokus auf die ländlichen Räume ist es, gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu fördern – ein zentrales Anliegen der Raumordnungspolitik des Bundes.
Die drei Gewinner-Projekte sowie die 17 anderen Finalisten werden auf der Online-Plattform Potenzial-Leerstand.de dargestellt. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Projekte und Initiativen zur Aktivierung von Leerständen für Wohnraum in ländlichen Räumen sichtbar zu machen, Lösungsansätze aufzuzeigen und zum Handeln zu inspirieren.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Wettbewerb, zu den Preisträgern und Finalisten finden Sie unter:
Potenzial-Leerstand.de